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...ich. dachte mir, ich sollt mal ein foto von mir reinstellen. diese blogs sind ja häufig einfach so anonym, unpersönlich. das bin ich mit meinem lieblingsbaum in der Au (der hat übrigens noch keinen namen. lia, den hab ich dir gezeigt, weißt noch?). Der Schatten ist mein lieber Stephan (ja, also er sieht in wirklichkeit nicht so aus wie das profilfoto auf seinem blog ;) ).
Ja, ich habs noch einmal getan. Ich war schon wieder dort. Alle Jahre wieder. Mitten in der Pampa. Im wiener-neustädtischen Industriegebiet. Bei einem Aufnahmegespräch in der FH für Ergotherapie. Stephan und ich haben uns einen Zeitpuffer genommen mit dem Ergebnis, dass wir eine Stunde zu früh da waren. : ) Deshalb sind wir noch ein bisschen in der Parkanalage dort herumspaziert. Hätt ich gewusst, dass jene, die schon so überpünktlich da sind und sich melden, früher drankommen, wär ich gleich reingegangen.
Naja, macht nix. Dafür saß ich dann von 9:00 Uhr morgens bis 11:15 in einem schmalen stickigen Gang (wer braucht schon eine Lüftung oder ein Fenster?) mit 20 anderen nervösen schnatternden Mädels (Verzeihung, stimmt nicht ganz - ein männliches sehr schweigsames Wesen war auch anwesend). Das Einzelgespräch ging so, obwohl die 2 interviewenden Damen nach dem 18. Bewerber (oder was weiß ich wieviele vor mir dran waren) schon Ansätze von Müdigkeit zeigten - seltsam. Ja, ich muss sagen, ich war dann auch schon ziemlich ko- wie seltsam, nach laaangen Stunden des vor sich Hindünsens. Sie hätten ja auch eine Liste machen können, wer wann dran kommt. Nö, gab's nicht. Sie arbeiteten nach dem Motto: Wer schneller aufspringt und am schnellsten bei der Tür ist, hat gewonnen und darf sich tapfer und früher als die anderen dem Bewerbungsgespräch stellen.
Die Gruppenarbeit war an und für sich total lustig. Ein Teil der Gruppenarbeit bestand darin, dass man ein ca. 40 cm langes Stück Draht so in Form bringen sollte, dass es möglichst so aussah, wie ein Karten- bzw. Fotodrahtständer. In der Mitte des Tisches stand eine Werkzeugkiste mit Zangen und so. 10 Minuten Zeit hatte man dafür und eine Anleitung auf einem A4-Blatt, wo von diesem Drahtdings der Grundriss und die Seitenansicht drauf war. Im Format 1:1 und man durfte mit den anderen Bewerbungsinsassen kein Wort reden. Fand ich super - schad, dass es nix zum Sägen oder Schrauben gab. : )
In der Gruppe mussten wir dann noch ein Tier unserer Wahl aus Papier und uns zur Verfügung gestellten Materialien in 3D zusammenbasteln. Wieder 10 Minuten Zeit und 5 Minuten Zeit für die Gruppenreflexion. War auch toll, wir haben eine unformige Schlange gebastelt. Über den ästhetischen Aspekt ließe sich streiten, aber ich fand sie hatte Charakter. Der Name Gustl hätte zu ihr gepasst irgendwie (ähm, so ein Tick von mir. Ich benenne gerne Dinge oder Pflanzen. Mein Zimmerpalme heißt übrigens Floretta). Und das einzig männliche Wesen in der Truppe hat bei der Bastelarbeit doch tatsächlich gesprochen. Wusst' ich's doch, dass er das kann. : ) (ok, aber ich kann's auch verstehen, dass man inmitten einer Horde von aufgeregten schnatternden Mädels eher stiller ist) Wir waren uns nach Stunden des Wartens schon so vertraut (die verzweifelte Suche nach Gesprächsthemen über Stunden hat uns zusammengeschweißt), dass wir uns in der Gruppe ziemlich schnell einig waren und nach 3 Minuten Selbstreflexion nicht mehr wussten, was wir in den restlichen 2 Minuten reflektieren sollten.
Ja, ich sag's ja: Geteiltes Leid ist nicht halbes Leid. Geteiltes Leid verbindet. Natürlich wird man bei all diesen Aktivitäten unter die Lupe genommen und genau beobachtet: Wie verhältst du dich? Wie reagierst du? Gerätst du unter Druck in Panik? Ach, wie ich das liebe. Assessment-Center. Herrlich. Dafür musste ich den ansonsten davor durchgeführten Eignungstest am Pc nicht noch mal machen, weil ich den eh schon letztes Jahr erledigt hatte. Ein Pluspunkt. Ja, und nun warten wir mal auf das Ergebnis. Auch wenn's nix werden sollte, hat es sich ausgezahlt, sich noch einmal zu bewerben. Nur schad, dass ich meinen Fotoständer mit Charakter nicht behalten durfte.
Nach den Strapazen sind wir erst mal Essen, dann Shoppen und Wiener Neustadt anschauen gegangen. Echt, eine schön Stadt. Mit tollen versteckten barocken Innenhöfen, die es zu Entdecken gilt. Und der Park bei der Militär Akademie ist einfach ein Traum. *smile*